Auf dem Peršman-Hof bei Bad Eisenkappel gedachten der Verein Peršman und der Verband der Kärntner Partisanen am vergangenen Sonntag im Rahmen einer würdevollen Gedenkfeier der Opfer des Massakers vom 25. April 1945.
Trotz der großen Hitze nahmen zahlreiche Menschen an der Veranstaltung teil, um den Opfern die Ehre zu erweisen und mit ihrer Anwesenheit zu bekunden, dass die Erinnerung an sie lebendig bleibt und die Geschichte niemals in Vergessenheit geraten darf. Durch die Gedenkveranstaltung führten Eva Hartmann und Nikolaj Orasche, Obmann des Verbandes der Kärntner Partisanen. Kränze am Denkmal legten heuer Delegationen aus Österreich, Slowenien und Italien nieder. Die Bürgermeisterin von Bad Eisenkappel-Vellach, Lisa Lobnik, begrüßte die Gäste ebenfalls in beiden Ladessprachen. Die stellvertretende Obfrau des Vereins Peršman, Eva Hartmann, hob insbesondere die verbindende Kraft solcher Veranstaltungen hervor, die zum gegenseitigen Verständnis zwischen den Menschen beitragen sollen. Unter den Anwesenden befand sich auch die Nationalratsabgeordnete der Grünen, Olga Voglauer. Für sie sind Gedenkveranstaltungen ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens der Kärntner Sloweninnen und Slowenen.
Die Gedenkreden hielten die Regisseurin Andrina Mračnikar, Autorin des Films Kärntner spricht Deutsch, sowie Stefan Keller von der Paul-Grüninger-Stiftung, Autor des Buches Der Fall Grüninger. Fluchtgeschichten und Hilfe. Mračnikar unterstrich die Bedeutung des Gedenkens an die hier am Peršman-Hof ermordeten Opfer und forderte die Errichtung eines Museums in Klagenfurt oder Villach, das sich dem Partisanenwiderstand und dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Österreich widmet.
„Auch wenn es schwer ist und angesichts der weltpolitischen Lage manchmal sinnlos erscheinen mag, dürfen wir niemals den Mut verlieren, dem Faschismus und Nationalismus klar und – wenn nötig – auch laut entgegenzutreten. Und wir müssen eindeutig auf der Seite der Opfer stehen, auf der Seite aller Opfer von Faschismus und Diktaturen.“
Der Schweizer Stefan Keller schilderte das Beispiel der Zivilcourage eines ehemaligen Polizeikommandanten des Kantons St. Gallen, Paul Grüninger (1891–1972). Durch die Fälschung von Pässen rettete er in den Jahren 1938 und 1939 mehrere Hundert bis zu 3.000 Jüdinnen und Juden vor der Auslieferung an die Gestapo und die SS, als diese versuchten, in die Schweiz einzureisen.
Musikalisch wurde die Gedenkfeier von der Vokalgruppe Klika aus Bad Eisenkappel umrahmt. Für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher sorgte der Slowenische Kulturverein Zarja.





