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Festrede Ana Grilc, 20.7.2025 Komelj/Kömmel

Liebe Freund:innen, Genoss:innen und Mitstreitende!

Unser heutiges Zusammenkommen ist ein widerständiger Akt – ein jebi se an die Mächtigen, die ehemaligen Nazis, die brunftigen Rechten. Wir erinnern heute an das Massaker der Domen-Einheit am Komelj. Die Partisanen:innengruppe wurde am 12. Oktober 1944 von Kräften des 3. Bataillons des 13. SS Polizeiregiments und des einheimischen Volkssturmes, überfallen. Zwölf Menschen wurden getötet, gaben ihr Leben für unsere Freiheit.

Gemeinsam mit etwa 1.000 Widerstandskämpfer:innen kämpften diese Partisan:innen in Südkärnten für den Sturz des faschistischen Regimes. Der organisierte, bewaffnete Widerstand war entscheidend für die Entstehung der Zweiten Republik. Im Gegenzug erhielten die Partisan:innen und die kärntner-slowenische Volksgruppe, aus der viele von ihnen entstammten, jedoch nur leere Versprechen, Repression und Ausgrenzung.

Heutzutage wird der Antislowenismus in offiziellen Kreisen nicht mehr offen gezeigt und die Deportationen und Verfolgungen der Minderheit werden verurteilt. Dennoch wird Slowenisch weiterhin aus Ämtern, Gerichten, Schulen und der Öffentlichkeit verdrängt. Minderheitenfeindliche Organisationen beeinflussen die Zukunft der Volksgruppe. Kärnten/Koroška bekennt sich nicht zu seiner Zweisprachigkeit.

Die slowenische Sprache und Kultur werden seit Jahrzehnten bedroht, und viele Minderheitenangehörige fühlen sich erschöpft und zerrieben. Doch die jüngeren Generationen der Volksgruppe wollen nicht nur eine erträgliche, sondern eine befreite Zukunft.

Der Geist und die Haltung, die die Kärntner Slowen*innen einst in den Wald trieben, die sie gegen Faschismus und für Selbstbestimmung, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung kämpfen ließen, leben weiter. Denn Widerstand ist nicht nur Abwehr, sondern auch Aufstand.

Heute sehen wir, wie die internationale Gesellschaft in die Arme der extremen Rechten läuft, die gegen Migrant:innen, queere Menschen und ethnische Minderheiten hetzt. Das Ziel sind immer die Schwächsten. Die Antwort auf umfassenden Hass kann nur Solidarität sein: Besonders in Zeiten der Unsicherheit müssen sich Minderheiten verbünden und Netzwerke mit solidarischen Personen knüpfen. Ob wir nun das Jahr 1945 oder 2025 schreiben – alle Menschen haben einen Anspruch auf Gerechtigkeit. So sind letztlich auch die Rechte von Minderheiten, keine Spezial-, sondern Menschenrechte.

Tod dem Faschismus, Freiheit für alle!

© prijatelj zkp-ja

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